Warum sind Roller besser als Motorräder?

Für viele Männer ist Motorradfahren der Ausdruck absoluter Männlichkeit. Im Sommer über die Alpenpässe zu cruisen, sich wie Easy Rider zu fühlen auf den langen, geraden Landstrassen oder mit hoher Geschwindigkeit in die Kurve liegen, ein satter, tiefer, knatternder Sound aus dem Auspuff begleitet diese mobile Freiheit.

Verstopfte Strassen, langwierige Parkplatzsuche, tänzeln zwischen den stehenden Autos. Das krasse Gegenteil von obenerwähntem Traum. Praktikabilität, Nutzen, Transport von A nach B, das steht im Zentrum, ein leises Surren eines kleinen Motors (daher hat übrigens die legendäre Vespa ihren Namen: Von der Ähnlichkeit des Motorengeräuschs mit einer surrenden Wespe).

Natürlich gibt es handfeste Gründe, welche für einen Roller sprechen, kann man doch bis 50ccm das Gefährt mit dem normalen Autoführerschein der Klasse B bewegen. Kosten und Aufwand einer Umschulung entfallen also.

Bei Motorrädern unterscheidet man verschiedene Klassen, so gibt es Reisemodelle, oder auch Cross-Maschinen. Letztere sind erkennbar an hohem Auspuff, den Federgabeln. Erstere sind deutlich bequemer, haben oft Seitenkoffer und im Falle der Goldwing zum Beispiel auch eine Rückenlehne für den Beifahrer. Alle diese Arten benötigen eine weitere Klasse auf dem Führerschein.

Ganz technisch liegt der Unterschied zwischen einem Roller und einem Motorrad in einer DIN-Norm. Der Unterschied liegt hernach beim Einstieg: Das Motorrad besteigt man, der Motorroller hat einen Durchstieg. Je schneller der Roller fahren kann, desto kleiner ist dieser jedoch. Ebenso ist man auf einem Roller besser von der Witterung geschützt.

Ein anderer wesentlicher Unterschied ist die Schaltung: Beim Motorrad erfolgt sie in aller Regel manuell, während ein Roller in der Regel automatisch schaltet, er besitzt eine Variomatik in aller Regel.

Auch unterscheidet sich ein Motorrad von einem Roller in der Art, wo die Füsse platziert werden: Platziert man bei einem Roller die Füsse auf dem breiten Durchstieg, hat man bei einem Motorrad das sogenannte Fussrasten.

Das Motorrad punktet durch die Vielseitigkeit, man kann damit im Gelände unterwegs sein, cruisen und in der Stadt fahren. Beim Roller ist man limitierter: Er eignet sich vor allem für Stadtfahrten oder Spritztouren auf Landstrassen.

Da ich weder Roller noch Motorrad gefahren bin, kann ich den Fahrspass der unterschiedlichen Konzepte nicht beurteilen. Hier gibt sicherlich eine Testfahrt Aufschluss. Der Anschaffungspreis ist natürlich deutlich unterschiedlich: Roller bekommt man teils sogar beim Discounter und muss nur einige hundert Euro dafür ausgeben. Motorräder sind substantielle Anschaffungen, die das Familienbudget belasten können und hernach vermutlich auch für längere Diskussionen am Küchentisch sorgen werden.

Ein signifikanter Vorteil eines Rollers liegt in der Wendigkeit, dem Spritverbrauch und der Möglichkeit, das Fahrzeug mit einem Führerschein für PKWs zu bewegen. Gerade in Grossstädten, wo man zu Stosszeiten oft im Stau steht, ist ein Roller eine valable Alternative zum Auto: Bequemer als ein Fahrrad, hat man keine Stellplatzprobleme, denn Roller werden oft am Strassenrand geduldet. Ebenso lassen sich die täglichen Einkäufe bequem verstauen.

Ebenso spricht für einen Motorroller, dass man nicht sehr viel Schutzkleidung anziehen muss, um vernünftig geschützt zu sein: Eine Jacke mit Protektoren, einen Helm, eine feste Hose, Lederhandschuhe und knöchelhohe Schuhe reichen aus. Umziehen auf der Toilette im Büro ist also nicht gar so umständlich.

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